Geschichte

Aus der Geschichte der Gemeindevertretungen von Osdorf

Erste Aufzeichnungen über die Arbeit der Gemeindevertretungen von Osdorf sind erst seit dem 22. 5. 1896 bekannt.

Gemeindevorsteher war damals Hinrich Lüthje, davor soll es ein Herr Haß gewesen sein.
Lüthje war bis 1915 im Amt.

Interessant sind Zahlen aus dieser Zeit:

Der Gemeindeetat betrug 2.513,- Mark pro Jahr, die Dienstkostenentschädigung des Gemeindevorstehers betrug 425,- Mark pro Jahr, wovon auch <Papiere und Schreibzeug> zu bestreiten war. Man muß dem allerdings auch die damaligen Preise gegenüberstellen.

Die Herstellung einer Zementdiele im alten Spritzenhaus kostete an Arbeitslohn und Material zusammen 10,- Mark. Der Nachtwächter bekam pro Nacht 1,- Mark!
Ständige Themen von Sitzungen der Gemeindevertretungen waren (schon immer – bis heute !) vor allem der Straßenbau. Die Verhandlungen über den Bau der Straße von Gettorf nach Sprenge zog sich beispielsweise über Jahrzehnte hin. Andere Themen waren Gebietsreformen, Armenunterstützung u.a.. Interessante Zahl auch hier: um 1900 gab es 1,50 – 2,00 Mark für jeden Armen pro Woche.

1924 wird Hugo Knust Gemeindevorsteher. 1930 waren die wirtschaftlichen Verhältnisse offenbar so schlecht, daß die Gemeindevertretung eine Gemeindebiersteuer erhob.
1933 wird beschlosssen, den Weg von Osdorf nach Krusendorf als Chaussee auszubauen, die wirtschaftlichen Verhältnisse schienen sich verbessert zu haben. Doch dann wird die billigere Lösung mit dem Ausbau des <Köterweges> durchgeführt, die Geldmittel schienen erschöpft zu sein. Ja, man sperrte dem 1933 wiedergewählten Gemeindevorsteher Hugo Knust sogar das Telefon und läßt ihn seine Portokosten selbst bezahlen. Der Neubau des Spritzenhauses wird wegen Geldknappheit zurückgestellt.
1935 ist Max Lüthje nur fünf Monate im Amt, danach folgt.
1935 Heinrich Staack als Gemeindevorsteher, Vater unseres ehemaligen Bürgermeisters Ernst-Heinrich Staack.
1943 war der Etat der Gemeinde immerhin schon auf 42.753,- Mark angewachsen.
1945 wurde Otto Ehlers als kommissarischer Bürgermeister von der britischen Militärregierung eingesetzt, nach einem Jahr allerdings wieder abgesetzt.
1946 wurde Johannes Büll zum Bürgermeister gewählt.
1948 wurde Otto Ehlers wieder Bürgermeister, dieses Mal nach ordentlicher Wahl.
Die Nachkriegszeit stellte hohe Anforderungen an Gemeinde- und Amtsvorsteher: Lebensmittelkartenverwaltung, Versorgung von Flüchtlingen mit Kleidung, Wohnung und Brennmaterial machten Kopfzerbrechen und forderten großen Einsatz. Zeitweise beherbergte Osdorf mit seinen 600 – 700 Einwohnern bis zu 1000 Flüchtlinge. Dringende Wohnraumnot machte Initiativen der Gemeindevertretungen erforderlich. So entstanden bereits 1951 zwei 8-Familienhäuser und weitere 4 Wohnungen im erneuerten <Vier-Löwen-Haus>. Siedlungsvor-haben wurden unterstützt, landwirtschaftliche Nebenerwerbssiedlungen entstanden an der Noerer Straße, am Gildeweg und an der Königsberger Straße. Bis 1973 kamen die Siedlungen Schmiederedder, Hirtenwiese, Mühlenteich, Am Schulweg und Kronsau hinzu.
1962 wurde Otto Ehlers gleichzeitig Amtsvorsteher des Amtes Osdorf.
1966 wurde Hans Ohms zum Nachfolger von Otto Ehlers in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Er erwarb sich in den 32 Jahren seiner Amtszeit außerordentlich große Verdienste um die Entwicklung der Gemeinde und des Gemeinwesens.
1970 Auflösung des Amtes Osdorf und Zuweisung zum neuzubildenden Amt Dänischer Wohld mit Sitz in Gettorf. Erster Amtsvorsteher wird Otto Ehlers aus Osdorf. Zum neuen Amt gehören die Gemeinden Osdorf, Felm, Neuwittenbek, Tüttendorf, Schinkel und Lindau, später kam Neudorf-Bornstein hinzu.
1975 wird ein gemeinsames Amtsgebäude mit der Gemeinde Gettorf bezogen.
1998 wird Ernst-Heinrich Staack Bürgermeister von Osdorf und gleichzeitig Amtsvorsteher des Amtes Dänischer Wohld mit seinen 7 Gemeinden. Er bleibt 10 Jahre lang Amtsvorsteher bis zur Fusionierung des Amtes Dänischer Wohld mit der Gemeinde Gettorf im Jahre 2008. Von diesem Zeitpunkt an wird das Amt hauptamtlich von einem Amtsdirektor geleitet. Staack war 15 Jahre lang Bürgermeister. 2013 übernahm Joachim Iwers dieses Amt.
2013 wird Joachim Iwers Bürgermeister von Osdorf.
2014 Neubau einer kommunalen Kinderkrippe (U3).

 

Über die Zusammensetzung der Gemeindevertretungen bis zum 2. Weltkrieg ist wenig bekannt bzw. recherchiert. Seit 1950 waren alle Bürgermeister Mitglieder der in diesem Jahr gegründeten CDU, die in den meisten Jahren die Mehrheit der Gemeindevertretung stellte. Die SPD war ebenfalls immer stark vertreten, nicht vergessen sind Namen wie z.B. Alfred Wegener. Etliche Jahre gab es in Osdorf auch eine starke FDP, die aber heute nicht mehr vertreten ist. Seit 1982 gibt es die Wählergemeinschaft Osdorf.
Seit der Kommunalwahl vom März 2008 setzen sich die Organe der Osdorfer Gemeindevertetung wie in der Rubrik Gemeindevertretungen beschrieben zusammen.